Essen für den Müll? - Foodsharing in Loffenau
Essen für den Müll? - Foodsharing in Loffenau
Auf dem Teller: zarte Mohrrüben- und Selleriejulienne in etwas Brühe gegart. Darauf liegt eine Dorade, deren Bauch mit Petersilie gefüllt wurde. Duftende Kartoffeln runden das Gericht ab. Das Dessert? Vielleicht ein saftiger Salat aus süßem, reifem Obst mit einem Klecks luftiger Sahne … Alleine der Duft dieses Menüs lässt einem das Wasser im Munde zusammenlaufen. Und der Geschmack … unbeschreiblich …
Wer also würde so ein Gericht unangetastet und ohne es zu kosten in den Müll werfen? Das würde wohl niemand tun! Doch - denn alle die Zutaten zu diesem Gericht waren zum Wegwerfen verdammt und wurden kurz vorher noch gerettet.
Täglich landen 1/3 der Lebensmittel ungenutzt in der Tonne. In Deutschland werden etwa 11 Millionen Tonnen Lebensmittel pro Jahr verschwendet (lt. Angaben der Welthungerhilfe).
Die Produktion von Lebensmitteln verbraucht große Mengen knapper Ressourcen wie Wasser, Ackerboden und Energie. In Lebensmitteln steckt viel Arbeit und Energie, sie müssen verpackt und weit transportiert werden. Dabei werden tonnenweise CO2 ausgestoßen. Völlig umsonst, wenn die Nahrungsmittel nie gegessen werden. Verschimmeln sie auf den Müllkippen, wird zusätzliches CO2 freigesetzt.
Angesichts der knappen Ressourcen weltweit, aber auch in Deutschland (die Auswirkungen der Klimakrise sind auch bei uns ja deutlich spürbar) wurde 2012 in Deutschland der gemeinnützige Verein foodsharing e.V. gegründet, der inzwischen mehr als 100.000 ehrenamtliche Mitarbeiter*innen hat. Mit ihm kooperieren über 11.000 Betriebe wie Supermärkte, Bäckereien oder Restaurants, bei denen bisher schon 65 Millionen Kilogramm Lebensmittel vor der Verschwendung bewahrt worden sind. Täglich finden deutschlandweit über 5.000 Lebensmittel-Abholungen statt.
Auch in Loffenau sind seit 2019 sogenannte „Foodsaverinnen“ aktiv, deren Anzahl sich inzwischen auf stolze 7 gesteigert hat. Gemeinsam setzen sie sich für mehr Wertschätzung der Produkte ein und holen regelmäßig mit dem Einverständnis verschiedener Betriebe noch gut genießbare, aber aus verschiedenen Gründen unverkäuflich gewordene Lebensmittel ab. Im Anschluss daran werden sie weiterverteilt - und zwar grundsätzlich an alle Interessierten. Bevorzugt werden die Waren zwar an soziale Einrichtungen weitergegeben - der Überschuss ist aber so groß, dass auch zahlreiche Privathaushalte im Murgtal Lebensmittel entgegennehmen und verwerten, um sie vor der Tonne zu bewahren.
Das Retten und Teilen von Lebensmitteln findet völlig geldfrei statt. Der Verein foodsharing e.V. sorgt als Dachverband und Betreiber einer unkommerziellen Webseite dafür, dass alle Mitglieder darüber vernetzt sind und sich organisieren können.
Foodsharing ist natürlich und ausdrücklich kein Ersatz und keine Konkurrenz zu den hiesigen Händlern, wie z.B. unserem Landmarkt. Alle Foodsaver:innen respektieren und wertschätzen bei ihren Rettungen die Wünsche und Bedürfnisse der Betriebe.
Foodsharing ist ebenso keine Konkurrenz zu den Tafeln, da diese bei allen Abholungen immer Vorrang haben. Nur was die Tafeln nicht abholen können und definitiv im Müll landen würde, wird von foodsharing gerettet.
Wer mehr Informationen wünscht oder Interesse hat, sich am „Loffenauer Foodsharing“ zu beteiligen - als aktives Mitglied oder als Abnehmer:in unserer Lebensmittel - kann sich sehr gerne telefonisch bei Gritli Nyvall (Tel. 7411436) oder Carolin Schmelzle (Tel. 0163 4276948) melden.
Neue Foodsaver:innen sind immer willkommen und erwünscht!











